Was passiert bei einer Fructoseintoleranz?

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Nachfolgend wird erklärt, was genau in unserem Körper passiert, wenn eine
„intestinale“ Fructosemalabsorption vorliegt.
Die  Erklärungen gelten nicht bei der hereditären Fructoseintoleranz.
Die hereditäre Fructoseintoleranz ist ein sehr seltener Enzymdefekt, der nicht
im Darm stattfindet (Siehe auch
„Was ist Fructoseintoleranz?
„).
Fructoseabbau im Körper
Dazu sehen wir uns zuerst den normalen Vorgang an, wenn Zucker in unseren
Körper über die Nahrung gelangt. In unserem Beispiel haben wir Haushaltszucker
genommen.
Zucker gelangt mit dem Speisebrei vom Magen in den Dünndarm. Hier werden
die Zweifachzuckermoleküle „Saccharose“ durch das Enzym Invertase in
Einfachzucker aufgespalten: Glucose und Fructose. Diese liegen in manchen
Speisen auch direkt als Einfachzucker vor.
Normalerweise werden nach dem Aufspalten die einzelnen Glucose- und
Fructosemoleküle durch die entsprechenden Transporterproteine durch die
Darmwand resorbiert – Glucose durch das sogenannte SGLT-1 und Fructose durch
GLUT-5.
Liegt eine Fructosemalabsorption vor, also eine schlechtere oder gar keine
Verwertung  von Fructose, bedeutet dies, dass unser Körper kaum oder keine
GLUT-5 Proteine produziert. Somit kann natürlich auch keine Fructose
abgebaut werden.
Exkurs:
Enthält die Nahrung einen hohen Glucoseanteil, kommt ein weiterer
Transporter ins Spiel: GLUT-2. Dieser Transporter kann auch Fructose mit
abbauen, allerdings nur in geringerem Maße als GLUT-5. Deshalb ist es bei einer
Fructoseintoleranz auch immer wichtig, auf das Verhältnis von Glucose zu
Fructose zu achten. Ist im Vergleich zu Fructose viel Glucose enthalten, so
resorbiert unser Körper durch weitere Transporter (GLUT-2) die Fructose
besser.
Beispiele:
gut resorbierbar:           Papaya
Fructose: 0,34   Glucose: 1,03    Sorbit: 0
Verhältnis G/F: 3
schlecht resorbierbar: Birne        Fructose: 6,75
Glucose: 1,67   Sorbit: 2,17  Verhältnis G/F: 0,2
Im Dickdarm befinden sich Bakterien, die nun den Rest des Speisebreis
verarbeiten. Enthält dieser noch Mehr- und Einfachzucker, dann freuen sich die
Bakterien, da sie diese besonders leicht abbauen können. Das Problem ist nun,
dass diese Bakterien die Frucotse in Gas abbauen: Wasserstoff, Methan, besonders
Kohlenstoffdioxid und kurzkettige Fettsäuren.
Diese extreme Gasproduktion spüren wir als Blähungen, Magenschmerzen,
Übelkeit. Um die entstandenen kurzkettigen Fettsäuren loszuwerden, versucht der
Darm, diese über extreme Einwässerung auszuschwemmen und den Säurehaushalt
auszugleichen (Osmose). Die Folge sind Durchfallattacken.
Quellen: www.wikipedia.de, M. Ledochowski, D. Fuchs, B. Widner:
Fructosemalabsorption. In: Journal für Ernährungsmedizin (Ausgabe für Schweiz).
3, Nr. 1, 2001, S. 15-19.M. Ledochowski, D. Fuchs, B. Widner:
Fruktosemalabsorption (PDF-Volltext; 444 kB). In: Journal für Ernährungsmedizin
(Ausgabe für Österreich). 2, Nr. 3, 2000, S. 10-14., P. Born, W. Kamenisch, S.
Müller, F. Paul: Fruktosemalabsorption – Normalisierung durch Glukosezugabe. In:
Verdauungskrankheiten. 9, Nr. 6, 1991, S. 239-241.

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